Montag, 23. März 2009

„Chancenlos bei Wahl-Wettrüsten“

Sterzing (lu) – 378 Tage ist die neue Führung der Jungen Generation (JG) in der SVP um Landesjugendreferent Philipp Achammer im Amt. Weil bei den jüngsten Landtagswahlen besonders junge Leute Rechts-Parteien gewählt haben, waren am Samstag bei der 27. Landesversammlung in Sterzing Brüche zu spüren: Zwischen plakativen Parolen und „Dem-Land-Tirol-die- Treue“-Klängen einerseits und gemäßigt-kritischen Tönen andererseits.Markige Sprüche von Alexander Haller, SVP-Bezirksobmannstellvertreter und JG-Bezirksreferent, gleich zu Beginn der Sitzung vor nur rund 150 JG-Delegierten. „Herunter mit den Politikergehältern. Die Zeiten des Bonzentums sind vorbei und auch jene, in denen das Parteiprogramm eine nette Klolektüre war. Die Vergangenheit heißt Österreich, die Vergangenheit heißt Italien, die Zukunft heißt Europaregion Tirol“, sagte Haller.Ruhige, aber bestimmte Töne danach von JG-Chef Achammer zur Situation der JG und der Partei. Trotz größten Engagements und „fähiger junger Kandidaten“ sei man baden gegangen, so Achammer. „Im materiellen Wettrüsten hatten wir keine Chance, daran krankt das ganze System. Neid spielte allzuoft eine zu große Rolle und die deutsche Werbeagentur war fern jeder Realität. Nur Landeshauptmann Luis Durnwalder hat uns stets Vertrauen ausgesprochen“, sagte Achammer. Hart ins Gericht ging er auch mit den Oppositionsparteien: „Mit scheinheiligen Argumenten wurden Zukunftsängste geschürt und die Ausländer in eine Ecke gedrängt. Es ist abscheulich, sich auf diese Ebene zu begeben.“ Was die hohen Politikergehälter betreffe, habe es zu Recht in der Bevölkerung einen Sturm der Entrüstung gegeben, betonte Achammer. Ernst ist es der JG auch weiterhin mit der Mandatsbeschränkung: „15 Jahre sind genug. Niemand soll glauben, unersetzbar zu sein“, so Achammer. Zudem müsse in der Partei Schluss sein „mit persönlichen Fehden und Grabenkämpfen.“ Und wie positioniert sich die JG in der Obmanndebatte? „Wir werden darüber in der JG-Landesleitung reden, aber die Stimmung deutet in Richtung Wechsel“, sagt Philipp Achammer. EU-Kandidat und langjähriger JG-Funktionär Christoph Perathoner rührte die Werbetrommel für Europa und für sich. „Niemand sollte so sehr Lobbying für Europa betreiben wie die Jugend“, so Perathoner. SVP-Obmann Elmar Pichler Rolle lobte die JG „als ein tolles Team“. Er wolle keine Tipps geben, die Jugend müsse es für sich selbst richten. „Wichtig ist, Zivilcourage an den Tag zu legen, niemand weiß das dieser Tage besser als ich, was das bedeutet“, so Pichler Rolle in Anspielung auf die Obmanndebatte.

Quelle Text: Dolomiten vom 23.03.2009 (lu)
Foto: Ingo Dejaco

1 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Mr. Smart himself! ;-)