Dienstag, 3. März 2009

Offener Brief an den Brixner BM

Anbei unser offener Brief an den Bürgermeister von Brixen Albert Pürgstaller zum Thema "Neuer Standort der Bibliothek Brixen"


Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die Diskussion um den Standort der neu geplanten Stadtbibliothek in Brixen hat auch uns Jugendliche erfasst. Die alte Bibliothek am Domplatz war bereits im Jahre 1984 ein Provisorium in der Größe einer Vierzimmerwohnung und erfüllt nicht mehr die aktuellen Anforderungen. Die Unterbringung ist daher nicht mehr zeitgemäß. Die Besucherzahlen sprechen eindeutig für eine Erweiterung oder eben für einen Neubau.

Eine Bibliothek ist für uns mehr als eine Lagerung von Büchern, sie soll ein Ort der Begegnung, der Kultur, der Bildung und des Fortschritts sein. Prinzipiell gehört eine Bibliothek somit in den Stadtkern, doch scheint dies aus Gründen des Denkmalschutzes sehr schwierig. Ein neuerlicher Kompromiss wäre keine zukunftsorientierte Lösung.

Wir von der Jungen Generation Brixen sprechen uns daher für einen kompletten Neubau in der Zone Priel aus. Alle anderen diskutierten möglichen Standorte erscheinen uns nicht visionär genug. Die neue Stadtbibliothek soll unserer Meinung nach ein neuer, moderner und innovativer Bau mit der Option für einen eventuellen späteren Zubau werden. Beim Bau und bei der Planung sollte der Bibliotheksbeirat eine beratende Funktion erfüllen.

Zudem könnte in diesem Zusammenhang die gesamte Zone Priel in eine wunderschöne Naherholungszone für jung und alt umgestaltet werden: am Schnittpunkt zwischen der historischen Altstadt und der dicht besiedelten Wohnbauzone Rosslauf, wo Kultur, Sport und Freizeit sich vorteilhaft ergänzen. Aus diesem Grunde wäre es sinnvoll, auch für die Tennisplätze, die Vereinslokale und den Parkplatz eine urbanistisch sinnvolle und langfristige Lösung zu finden.

Eine Umsiedelung der Stadtbibliothek in die Zone Priel bedingt jedoch, dass der Stadtkern dennoch mit Leben gefüllt werden muss. Zu überlegen wäre etwa die Umsiedlung der Volkshochschule oder des Eltern-Kind-Zentrums in die Struktur der alten Bibliothek. Zudem könnte im Erdgeschoß ein Tagescafe, in Form einer Integrationswerkstätte eingerichtet werden. Auch eine Leseecke mit internationalen Zeitschriften und Medien könnte eine mögliche Option zur Neugestaltung sein. In naher Zukunft dürfte auch das Thema gelebte Integration reale Räumlichkeiten beanspruchen und nicht nur die Stammtische besetzen. Viele weitere Optionen wären denkbar, etwas Kreativität vorausgesetzt!

In der Hoffnung, unsere Vorschläge in die öffentliche Diskussion mit einzubeziehen, verbleiben wir mit freundlichen Grüßen.