Südtirols Jugend hat ein Image, das sie sich nicht verdient. Alkohol, Vandalismus, Gewalt sind allesamt Thematiken, über die gerne und häufig berichtet wird, sofern in Zusammenhang mit unserer ach so verzogenen Jugend. Dabei täte sie sich einen wesentlichbesseren Ruf verdienen.
Jahr für Jahr fiebern Südtirols Schüler und Jugendliche Mitte Juni dem letzten Schultag entgegen. Prüfungsstress, letzte Schularbeiten, Zeugnis kassieren … und Tschüß! Mit Schulende verbinden Jugendliche vor allem einen Zeitraum anbrechender Freiheit und Reisezeit. Dass dieses alljährliche Hochfest einen Überschwang an Emotionen weckt und
Ausgelassenheit bedingt, liegt auf der Hand. Dass dabei dann und wann überschäumende Energie in Übermut kippt, kann vereinzelt passieren, und passiert.
Die überwiegende Mehrheit genießt aber ganz einfach den schulischen Schlussakkord und
macht, was man dabei eben macht: Party. Und das recht ordentlich. Hand aufs Herz! Jede
Generation hat in ihrer Jugend regelmäßig über die Strenge geschlagen, das gehört dazu.
Auch am letzten Wochenende sind Südtirols Kids auf die Straßen und zu Festen gezogen
und haben der Schule, einstweilig, adieu gesagt. An die 1500 Jugendliche waren beim
traditionellen „Schools Out“ - Konzert in Bozen, in vielen anderen Orten des Landes gab es
ebenfalls jugendkulturelle Highlights, so auch in Brixen.
Kleinere aus Übermut entstandene Schäden hat es leider gegeben. Das ist nicht gut und zu
verurteilen! Die unbesonnenen Aktionen einiger weniger haben es aber tatsächlich geschafft,
aus der sprichwörtlichen Mücke einen Elefanten zu machen. „Sind wir denn schon mitten im
Sommerloch?“ fragen wir uns von der Jungen Generation in der Südtiroler Volkspartei in
Anbetracht der Meldungen der letzten Tage. Das Fass zum Überlaufen bringt freilich ein
Bericht über alkoholisiert eingelieferte Jugendliche in einer Tageszeitung. Denn auf
Nachfrage bei den zuständigen Behörden stellt sich heraus: Kein einziger Einsatz!
Muss es uns also noch wundern wenn andauernd über unsere Jugend geschimpft wird?
Wenn ein Bild gezeichnet wird, das der Realität nicht im Entferntesten stand hält? Die
Jugend ist letztlich der Spiegel unserer Gesellschaft. Und es steckt viel Gutes in unserer
Jugend. Auf das sollten wir viel öfter auch einen Blick werfen und nicht nur verkrampft
einseitig nur das Fehlerhafte suchen und unsere Jugend damit andauernd zu kriminalisieren.
Ingo Dejaco
Mitglied der Jungen Generation in der SVP Brixen
Jugendsprecher der Arbeitnehmer in der SVP Brixen


